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Pressebericht
Quelle: Lippische Landeszeitung
Spaß geht durch den
Magen
Die lippischen Land-Wirte
begeistern mit ihrem "Grünkohl à la Jules Verne"
an zwei Abenden
Extertal (Rei). Als der Hauptgang gegen 22.30 Uhr
serviert wird, zücken nicht wenige Gäste ihre Kameras.
„Jetzt wirds deftig", freut sich ein Tischnachbar und
klatscht vor Vorfreude in die Hände. Einer der vielen
Höhepunkte eines unvergesslichen Abends, den die
lippischen Land-Wirte mit dem „Grünkohl-Menü ä la
Jules Verne" bereitet haben.
Sieben exquisite Gänge zierten an zwei aufeinander
folgenden Tagen die Speisekarten in
einem mehrere Hundert Gäste fassenden Zelt auf dem
ehemaligen Rittergut Ullenhausen im
Extertal. Ob Grünkohlbrot mit Apfelschmalz,
Nudeltäschelchen ä la Milano auf Tomatensauce mit
Grünkohl-Pesto, Lammspießchen auf Grünkohl-Couscous
oder als Hauptgang Wildkrakauer und Hirschroulade auf
lippischem Grünkohl mit Ackersegen - die Land-Wirte,
elf gastronomische Betriebe in Lippe bewiesen, wie
wandlungsfähig das heimische Wintergemüse sein kann.
Dass Spaß durch den Magen geht, bewies am Donnerstag-
und FreitagabenddieComedy-Truppe von „Casino Royal"
(Darmstadt), die die Gäste in dem festlich
geschmückten Zelt mit Herbstlaub auf dem Holzfußboden
vortrefflich amüsierte. Französisch angehaucht,
führten die Show-Kellner turbulent-akrobatisch durch
den Abend - bis hin zum Fangen eines „Nagetiers" („Und
morgen gibt es frisches Ra(t)tatouille") oder dem
Hauptpreis eines Besucher-Gewinnspiels - einem
Abendessen für zwei Personen in Form einer Tütensuppe.
Angereist waren die Gäste stilecht mit einer Dampflok
vom Extertaler Bahnhof aus. Die langsame Fahrt durch
das herbstliche Extertal genossen alle „in vollen
Zügen". Der Dampf über den Waggons, das typische
Schnaufen und Rattern - am Anfang der beiden Abende
stand jeweils eine Reise in die Zeiten eines Jules
Verne. Nur unterbrochen am Donnerstagabend durch einen
unbedachten Zug an der Notbremse. „Da hat wohl ein
Gast gedacht, der Hebel wäre nur zur Zierde", konnte
Land-Wirt Michael Delker bereits kurz danach über den
Mini-Vorfall lachen. Etwas schade fand er allerdings,
dass die Nächte in Ullenhausen in dieser Oktober-Woche
empfindlich kalt waren. „Da können wir in einem so
großen Zelt nicht gegen anheizen." Sei es drum, die
allermeisten Gäste haben sich an den vorzüglichen
Speisen gewärmt, die tatsächlich wohl temperiert an
den vielen Tischen an-
kamen - dank eines Ofens in der Zeltküche, der die
Teller auf 74 Grad erhitzte. Begeistert von dem Abend,
an dem über 50 Helfer vor und hinter den Kulissen
mitwirkten, war auch Klaus König aus Bad Meinberg:
„Das langsame Essen ist zwar nicht jedermanns Sache,
aber so genießen alle das Essen erst richtig."
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